Zwei alte Frauen
von Velma Wallis
Dieser kleine, schmale Band ist keine Neuerscheinung und ist und war in keiner Bestsellerliste eingereiht.
Trotzdem!
Die indianische Legende, erzählt von der amerikanischen Autorin Velma Wallis, besticht durch ihre sparsame doch außergewöhnliche Eindringlichkeit.
In einem strengen Winter hoch oben im Norden Alaskas wird ein Nomadenstamm von einer Hungersnot heimgesucht. Das Verlassen des Winterlagers und die Suche nach neuer Nahrung soll einen Ausweg bieten.
Wie es das Stammesgesetz vorsieht, beschließt der Häuptling, zwei alte Frauen als unnütze Esser zurückzulassen.
Keiner wagt es, dagegen aufzubegehren. Nicht einmal die Tochter der einen, auch sie muss sich bestürzt dem Beschluss beugen.
Als die beiden Frauen allein und verlassen in der Wildnis auf sich gestellt sind, geschieht das Erstaunliche: Statt aufzugeben, finden sie den Willen und den Mut, sich den Herausforderungen zu stellen.
Nach und nach erinnern sie sich der Fähigkeiten, die sie früher einmal besessen hatten, die sie aber im Laufe der Jahre vergaßen, da die Jüngeren die Nahrungsbeschaffung übernahmen.
Diese Legende von Verrat, Mut und Tapferkeit wurde von Generation zu Generation überliefert, und auch Velma Wallis hat sie von ihrer Mutter erzählt bekommen.
Zitat:
"Geschichten sind Geschenke älterer Menschen an junge, es hat damit begonnen, daß wir uns zu erinnern versuchen wie es einst gewesen war, diese hat mich beeindruckt, nicht nur weil sie mir eine Lehre erteilt hatte, sondern auch weil es eine Geschichte über mein Volk und meine Vergangenheit war, etwas über mich selbst, das ich packen und mein eigen nennen konnte.
Diese Geschichte hat mich gelehrt, daß den eigenen Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt sind, wenn es darum geht, das im Leben zu vollbringen, was man muß - schon gar nicht durch das Alter."
Die Autorin Velma Wallis wurde 1960 als eines von dreizehn Kindern in Alaska geboren und in den traditionellen Werten ihres Volkes erzogen, nach dem Besuch der High-School zog sie in eine Trapperhütte und lebt dort allein mit ihrer Tochter wie ihre indianischen Vorfahren.
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